DEGIRO im Test: Erfahrungen zu Gebühren, Steuern & Sicherheit
Das Wichtigste in Kürze
- Niederländischer Broker mit Wurzeln im Institutionengeschäft – heute Teil der flatexDEGIRO-Gruppe.
- Bekannt für niedrige Ordergebühren und eine breite Auswahl an Aktien und ETFs.
- Wichtig: Bei ausländischen Fonds kommt niederländische Quellensteuer auf Dividenden dazu.
- Ohne Beratung – Sie treffen jede Anlageentscheidung selbst.
DEGIRO gehört zu den bekanntesten Brokern Westeuropas und wirbt seit Jahren mit niedrigen Gebühren. Dieser Beitrag bündelt öffentlich verfügbare Informationen und Einschätzungen zu Kosten, Angebot und Regulierung; ein bezahlter Dauertest hat nicht stattgefunden. Preisstände beziehen sich auf Oktober 2026 – tagesaktuelle Konditionen prüfen Sie vor der Eröffnung direkt beim Anbieter.
Was ist DEGIRO?
DEGIRO startete als Broker für institutionelle Anleger und öffnete das Modell später für Privatanleger. Heute gehört das Unternehmen zur flatexDEGIRO-Gruppe; der deutsche Depotbetrieb läuft über eine deutsche Banklizenz und unterliegt damit der Aufsicht durch die BaFin. Über die Plattform lassen sich Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen und ausgewählte Derivate handeln – der Fokus liegt auf Investieren in Eigenregie, ohne Beratungstermine.
Gebühren und Angebot
Die niedrigen Orderkosten sind das Aushängeschild – und zugleich der Punkt, der genaues Hinschauen verdient:
| Bereich | Kondition (Stand: Oktober 2026, bitte tagesaktuell prüfen) |
|---|---|
| Aktien und ETFs | niedrige Ordergebühr, teils gestaffelt nach Handelsplatz |
| Handelsplätze | europäische und US-Börsen; Fremdkosten einzelner Börsen möglich |
| Produktauswahl | breit: Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, ausgewählte Derivate |
| Sparpläne | Angebot im Vergleich zu deutschen Neobrokern historisch weniger im Fokus – aktuelle Produktliste prüfen |
Zwei Punkte verdienen Erfahrungswert: Erstens können Fremdkosten einzelner Handelsplätze die scheinbar niedrige Ordergebühr aufbessern – ein Blick auf die Gesamtkosten pro Trade lohnt. Zweitens änderte der Anbieter sein Gebührenmodell in der Vergangenheit mehrfach; ältere Erfahrungsberichte spiegeln den heutigen Stand nicht immer wider.
Steuern: Der Punkt, den viele unterschätzen
Wer bei DEGIRO in Europa-domicilierte Fonds investiert, trifft früher oder später auf die niederländische Quellensteuer: Dividendenzahlungen werden an der Quelle gekürzt, was die Rendite spürbar berührt. Wie dieser Abzug funktioniert, welche Rolle er bei ausschüttenden und thesaurierenden ETFs spielt und welche Wege es zur Anrechnung gibt, lesen Sie im eigenen Beitrag zur DEGIRO-Quellensteuer.
Sicherheit und Regulierung
- Deutsche Banklizenz: Der deutsche Depotbetrieb unterliegt der BaFin-Aufsicht.
- Wertpapiere als Sondervermögen: ETFs und Aktien fallen bei einer Insolvenz des Depotunternehmens nicht in die Insolvenzmasse.
- Anlegerentschädigung: Für Forderungen aus Wertpapiergeschäften greift das gesetzliche Anlegerentschädigungsschema – im Extremfall eine Entschädigung von 90 % der Forderungen bis maximal 20.000 €.
- Keine Beratung: DEGIRO führt Aufträge aus, empfiehlt aber keine Produkte.
Stärken
- Niedrige Ordergebühren mit breiter Produktpalette über Europa und die USA hinaus.
- Große ETF-Auswahl – gut für Anleger, die Kosten im Detail vergleichen.
- Deutsche Regulierung und deutscher Kundenservice statt Offshore-Struktur.
Schwächen und Einordnung
- Quellensteuer-Thematik: Bei vielen ETFs aus niederländischer Emission mindert die Quellensteuer die laufende Rendite – kein Fehler, aber ein struktureller Nachteil gegenüber deutschen oder irischen Produkten, der in den Gesamtkosten auftaucht.
- Gebührenmodell im Detail: Handelsplatz-Fremdkosten und mehrfach angepasste Staffeln machen den Preisvergleich mühsamer als die Werbung es vermuten lässt.
- Keine Beratung und kein klassisches Filialumfeld: Wer Begleitung beim Investieren sucht, ist bei einer Bank mit Beratung besser aufgehoben.
Für wen lohnt sich DEGIRO?
Gut geeignet für selbstentscheidende Anleger, die viele Einzelkäufe über verschiedene Börsenplätze abwickeln wollen und ihre Depotkosten im Blick behalten. Weniger geeignet für Einsteiger, die Beratung und vorgefertigte Sparpläne suchen, oder für alle, die keine Lust auf die Details ausländischer Quellensteuer haben – hier bieten deutsche Depotanbieter ein schlankeres Steuererlebnis.
Häufige Fragen
Ist DEGIRO seriös? Das Unternehmen gehört zur flatexDEGIRO-Gruppe, der deutsche Depotbetrieb läuft über eine deutsche Banklizenz mit BaFin-Aufsicht; Wertpapiere sind Sondervermögen. Seriosität im regulatorischen Sinne ist damit gegeben – Anlageerfolg garantiert das nicht.
Was kostet ein ETF-Kauf bei DEGIRO? Die Ordergebühr liegt im niedrigen Bereich; je nach Handelsplatz können Fremdkosten hinzukommen. Prüfen Sie die Gesamtkosten des Trades, nicht nur die Grundgebühr – und beachten Sie, dass sich das Modell mehrfach geändert hat.
Warum werden meine Dividenden gekürzt? Bei Fonds aus niederländischer Emission wird an der Quelle eine Quellensteuer einbehalten. Die Mechanik und die Anrechenbarkeit auf Ihre deutsche Steuerlast erklärt der Beitrag DEGIRO Quellensteuer.
DEGIRO oder Trade Republic? Kurz gesagt: DEGIRO punktet bei Handelsplatz-Auswahl und Einzelordern, Trade Republic bei Sparplänen und App-Erlebnis. Der direkte Vergleich der Ansätze steht im Beitrag Trade Republic im Test.
Fazit
DEGIRO ist ein klassischer Discount-Broker – niedrige Ordergebühren, breite Auswahl, deutsche Regulierung. Wer sich mit den Details von Handelsplatzkosten und niederländischer Quellensteuer vertraut macht, kann das Modell für sich arbeiten lassen; wer Beratung und ein rundes Sparplan-Erlebnis sucht, schaut bei deutschen Neobrokern besser auf.
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Letzte Aktualisierung: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Anlage- oder Steuerberatung – verbindlich sind die aktuellen Konditionen des Anbieters.